Du lässt zwei Agenten an einem Bericht arbeiten und bekommst zwei vollständige Berichte zurück. Jetzt fehlt nicht mehr Text, sondern eine Entscheidung zwischen widersprüchlichen Fassungen. Parallelität war vorhanden; eine sinnvolle Arbeitsteilung noch nicht. Der Gewinn beginnt dort, wo die Teilaufgaben unterschiedliche, zusammenführbare Ergebnisse liefern.
Claude-Code-Subagents arbeiten mit eigenem Kontext, eigenem Auftrag und konfigurierbaren Werkzeugen. Ihre Nutzung zählt zu denselben Limits. Ein zusätzlicher Kontext kann die Zuständigkeit klarer machen, liefert aber keine zweite unabhängige Wahrheit. Beide Agenten können dieselbe Quelle falsch verstehen.
Den Auftrag an der Rückgabe teilen
Unser eigenes Beispiel ist ein kurzer Bericht über eine Reparaturveranstaltung. Als Quellen liegen eine Ablaufnotiz, eine Materialliste und bestätigte Entscheidungen vor. Agent A soll einen verständlichen Entwurf schreiben. Agent B prüft drei vorgegebene Aussagen: Raum freigegeben, Teilnehmerzahl bestätigt und Materialkosten genehmigt.
Agent B bekommt ausdrücklich keinen Auftrag für einen zweiten Bericht. Seine Rückgabe besteht je Aussage aus Status, Fundstelle und Begründung. Das zwingt die Aufteilung zu einer brauchbaren Schnittstelle. Der Hauptauftrag kann eine konkrete Bedingung korrigieren, statt zwei Texte nach Gefühl miteinander zu verschmelzen.
{
"aussage": "Materialkosten genehmigt",
"status": "offen",
"quelle": "entscheidungen.txt, Abschnitt Material",
"begruendung": "Freigabe wird noch vorausgesetzt."
}
Dieses selbst entworfene Format ist ein möglicher Ergebnisvertrag, keine behauptete native Agenten-API. Eine Textliste mit denselben Feldern wäre für den Einstieg ebenso geeignet. Wichtig ist, dass „offen“ nicht still zu „falsch“ oder „bestätigt“ umgedeutet wird.
Der Belegleser braucht keine Schreibrolle
Der zweite Agent soll die benannten Quellen lesen und Fundstellen zurückgeben. Dafür braucht er keine parallele Bearbeitung des Berichtsdokuments und keinen Nachrichtenversand. Wähle seine Werkzeuge passend zur Aufgabe und beachte zusätzlich die Berechtigungen der Umgebung. Eine Werkzeugliste und eine tatsächliche Zugriffskontrolle sind verschiedene Ebenen.
Beginne mit künstlichen Dateien in einem überschaubaren Projekt. Das macht eine fehlende Quelle gut erkennbar. Verlangt Agent B eine nicht bereitgestellte Datei, soll die Rückgabe die Lücke nennen. Aus fehlendem Zugriff folgt noch nicht, dass die entsprechende Entscheidung nie existiert hat.
Welche Arbeit lässt sich wirklich parallelisieren?
Agent A kann aus einem klar bezeichneten Quellenstand formulieren, während Agent B die drei Aussagen prüft. Sobald sich dieser Stand ändert, brauchen beide einen erkennbaren Bezug. Eine nachträglich bestätigte Materialfreigabe darf nicht gleichzeitig als offene Frage und als beschlossene Tatsache in die Endfassung gelangen.
Definiere deshalb eine Person oder einen Hauptagenten als Eigentümer der finalen Datei. Andere liefern Hinweise oder getrennte Ergebnisse. Wenn alle dieselbe Datei ändern dürfen, wird ein inhaltlicher Konflikt zusätzlich zu einem Schreibkonflikt. Mehr Parallelität löst diese Abhängigkeit nicht.
Eine Zwischenmeldung sollte ebenfalls konkret bleiben: gelesene Dateien, bereits geprüfte Aussagen und noch fehlende Quellen. Ein pauschales „fast fertig“ hilft der Zusammenführung wenig, wenn gerade die entscheidende Fundstelle fehlt.
Die Zusammenführung ist ein eigener Schritt
Nimm den Berichtsentwurf und die Belegliste zusammen. Bei jeder Abweichung gehst du zur Originalstelle zurück. Steht dort „nach Budgetfreigabe“, muss diese Bedingung in der Formulierung erhalten bleiben. Zwei übereinstimmende Agentenstimmen wiegen die Quelle nicht auf.
Eine nützliche Endkontrolle fragt außerdem, ob der Bericht ohne die gesamte Agentenunterhaltung verständlich ist. Sind die Quellen erkennbar? Wurden offene Zuständigkeiten bewahrt? Ist klar, welche Person die Endfassung freigegeben hat? Diese Fragen betreffen das gemeinsame Ergebnis, nicht die Schönheit einer einzelnen Rückgabe.
Die hier beschriebene Aufteilung wurde nicht als Sitzung ausgeführt. Sie zeigt einen reproduzierbaren Arbeitsvertrag: verschiedene Ergebnisse, begrenzte Werkzeuge, ein erkennbarer Quellenstand und genau eine Stelle für die Zusammenführung. Schon dieser Vertrag hilft, zusätzliche Agenten mit einem konkreten Zweck einzusetzen.
Quellen und Dokumentationsstand: 25. Oktober 2026.

