Eine zweite Assistenz kann dir helfen, einen Entwurf zu prüfen, aber Zustimmung ist kein Wahrheitszertifikat. Wenn sich beide Assistenzen auf dieselbe unbelegte Aussage stützen, können sie dasselbe Problem mit anderen Worten wiederholen.
Gib der prüfenden Instanz eine klar definierte Aufgabe und Material, das sie untersuchen kann. Beginne mit einem kurzen Entwurf, nicht mit einem ganzen Archiv unzusammenhängender Dokumente.
Den Entwurf in Aussagen zerlegen
Markiere Aussagen, die wahr oder falsch sein können. Halte, wo es praktikabel ist, eine Aussage pro Zeile fest. Trenne eine Beobachtung von einer Deutung und ein Versprechen von einer allgemeinen Erklärung.
Ordne jeder Faktenzeile die passende Fundstelle in der Quelle zu. Wenn es keine Quelle gibt, markiere die Lücke. Bitte die prüfende Instanz nicht, davon auszugehen, dass die Autorin oder der Autor das bereits geprüft hat.
Eine klar begrenzte Prüfanfrage verwenden
Probier diese Struktur aus:
Prüfe die aufgeführten Aussagen anhand der bereitgestellten Belege. Gib für jede an: belegt, widerlegt oder nicht festgestellt. Nenne die genaue Quellenstelle und erkläre etwaige Abweichungen kurz. Behandle eine plausible Aussage nicht schon deshalb als belegt, weil sie vertraut klingt.
Ergänze separate Fragen zu fehlenden Schritten und unklaren Formulierungen. Faktische Belegbarkeit und Lesbarkeit sind unterschiedliche Prüfaufgaben.
Auch die prüfende Instanz prüfen
Öffne jede zitierte Quelle und überprüfe die Fundstelle. Eine prüfende Instanz kann eine Passage missverstehen, eine Einschränkung übersehen oder ein Problem melden, das gar nicht existiert. Bewahre sowohl den Befund als auch die menschliche Entscheidung auf.
Nutze einen kompakten Problemeintrag: Satz, Befund, Beleg, Korrektur und Freigabe. Wenn eine Aussage ungeklärt bleibt, entferne sie oder mach die Unsicherheit deutlich, statt sie in einen Freigabevermerk umzuwandeln.
Eine kleine Prüfübung ausprobieren
Schreib einen fiktiven Entwurf mit einer Aussage, die durch eine bereitgestellte Notiz belegt ist, einer widerlegten Aussage und einer Aussage, auf die die Notiz nicht eingeht. Führe die Prüfung durch und untersuche alle drei Ergebnisse selbst.
Das ist eine Möglichkeit, den Prüfprozess zu bewerten, keine Behauptung, dass das Beispiel bereits getestet wurde. Eine nützliche prüfende Instanz macht die Begründung leichter nachvollziehbar. Die für die Veröffentlichung verantwortliche Person entscheidet weiterhin, was die Belege tatsächlich zeigen.
Eine brauchbare Dokumentation führen
Speichere die Eingabe, die von dir akzeptierte Ausgabe und den Grund für deine Entscheidung zusammen. Ergänze das Datum und die Version jeder beteiligten Software. Wer später zu der Aufgabe zurückkehrt, sollte deine Prüfungen wiederholen können, ohne raten zu müssen, was passiert ist. Wenn eine erforderliche Tatsache noch fehlt, notiere die fehlende Tatsache und den nächsten Schritt, statt die Lücke mit einer plausiblen Antwort zu füllen.
Mika ist ein redaktioneller Künstlername, den das KENJTEC-Redaktionsteam in Hamburg verwendet. Dieser Artikel schlägt einen Arbeitsablauf vor; er berichtet nicht über einen abgeschlossenen Test.
